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Feuerfeste Entscheidung

Rolf Iven, Feuerlauftrainer und Kommunikationsexperte, im Interview mit Martina Klein vom Stadtecho Hennef:

Klein: Kann jeder über glühende Kohlen laufen?
Iven: Jeder in normaler gesundheitlicher Verfassung und Kinder ab 10 Jahren können an meinen Feuerläufen teilnehmen und barfuß über die Glut gehen.
Klein: Wer kommt zu Ihnen?
Iven: Die Motive für den eigenen Feuerlauf sind sehr unterschiedlich: Manche Teilnehmer wollen es einfach mal ausprobieren, andere wollen gezielt an der eigenen Durchsetzungsfähigkeit arbeiten, wieder andere wollen prüfen, ob ihre Vorhaben und Entscheidungen feuerfest sind. Paare und Familien finden im Feuerlauf ein Erlebnis, dass sie eng zusammen schweißt.
Klein: Ist man nach einem Feuerlauf derselbe wie vorher?
Iven: Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen: natürlich verändern die Menschen während des Feuerlaufes ihren Blick für bestimmte Dinge des Lebens. Aber dafür sind sie ja gekommen – niemand möchte nach dem Feuerlauf so weiter machen, wie bisher. Aber es muss auch niemand etwas tun, was er nicht will.
Klein: Was bedeutet Angst für Sie?
Iven: Zum einen ist Angst eine natürliche, wichtige Schutzreaktion vor Gefahren. Zum anderen kann Angst ein guter Wegweiser sein. Neue oder einfach nur ungewohnte Dinge machen uns manchmal Angst. Wenn ich Angst verspüre, bedeutet es, ich habe Wachstumspotenzial gefunden, einen möglichen Weg jenseits der Routine. Nehme ich mir jetzt Zeit, die Situation genau wahrzunehmen, werde mir meiner Fähigkeiten bewusst und durchdenke mein Vorgehen, komme ich zu neuen, verblüffenden Ergebnissen. Das gilt für alle Lebensbereiche. Meine persönliche Regel ist: Wenn 60% in mir Angst haben, z. B. vor einem Scheitern, und 40% in mir sagen, du kannst das, dann ziehe ich es durch.
Klein: Gibt es eine Sache, die Sie niemals wagen würden?
Iven: Meine Frau belügen. Bei dem innigen Verhältnis, das wir haben, wäre dies so dumm wie unnütz und der Schaden so groß, als ob ich ohne Fallschirm aus dem Flugzeug springen würde.
Darüber hinaus habe ich tatsächlich meine Probleme damit, irgendwo aus großer Höhe in die Tiefe zu springen, ob am Seil oder am Fallschirm.
Klein: In Ihren unterschiedlichen Trainings suchen viele Menschen Ihren Rat. Was ist eine grundlegende Haltung, oder Erkenntnis, die Sie vermitteln möchten?
Iven: Meine grundlegende Haltung als Kommunikationstrainer ist die der Achtsamkeit gegenüber den Teilnehmern. Ich gebe keine heißen Tipps oder dränge jemanden zu einem bestimmten Verhalten, weil ich meine, es sei das Beste oder gar ein Patentrezept. Das steht mir nicht zu. Ich vermittle Wissen oder Techniken und lade ein, diese zu erproben auf der Basis dessen, was die Teilnehmer mitbringen. Im Kern stehen für mich Werte wie Entschleunigung, Kreativität und Selbstbewusstsein. Wer mich fragt, kann meine persönliche Einschätzung natürlich hören.
Meine Erkenntnis?
Je trainierter meine kommunikativen Fähigkeiten sind, desto leichter kann ich mein Leben so gestalten, wie ich das will. Beziehungen kreativ gestalten zu können, ob geschäftlich oder insbesondere privat, ist ein wichtiger Schlüssel zu mehr Lebensglück. Beziehungen kreativ gestalten meint dabei nicht, immer nur nett und zuvorkommend sein zu müssen, ganz im Gegenteil.

Hennef, am 13.07.2010

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