Tips & Bücher & Links

Eichen-Brot: Herbstzeit ist Sammelzeit

Bei Spaziergängen habe ich mich schon oft gefragt, ob man aus den Massen Eicheln, die von den Eichen ins Laub oder die Wiese fallen, nicht etwas Essbares zaubern kann. Bei Bucheckern und vielen Nüssen geht das ja prima.


Man kann! Im Gegensatz zu Kastanien sind alle Eichelsorten essbar. Im Buch „Köstliches von Waldbäumen: Bestimmen, sammeln und zubereiten“ habe ich ein tolles Rezept für die Zubereitung von Brot mit Eichelmehl gefunden. Es ist recht einfach, ein recht nussig-würziges Brot mit Eichelmehl zu backen:

Brot aus Eichel-Mehl

Zunächst bin ich mit meinen Kindern Eicheln sammeln gegangen. Da, wie gesagt, alle Eicheln essbar sind, ist das Risiko gering, etwas falsch zu machen. Ganz in unserer Nähe stehen ein paar kleinere Eichen, unter denen wir nach einer windigen Nacht wahre Massen an Eicheln gefunden haben.

Frisch gesammelte Eicheln

Die gesammelten Eicheln habe ich, so wie sie waren, auf einem Backblech verteilt und in den Ofen geschoben. Bei etwa 200 Grad fangen die Eicheln nach etwa 20 Minuten an zu platzen, die harte Schale bekommt Risse. Das ist der eigentliche Zweck des Röstens.

Die Eicheln abkühlen lassen. Die Eicheln aus den Schalen pulen. Das geht am schnellsten, wenn man gemeinsam in der warmen Küche sitzt, Geschichten erzählt und nebenbei pult.
Die geschälten Eicheln kommen für zwei bis drei Tage in ein Wasserbad. Im Wasser verlieren sie schnell an Gerbsäure. Ich habe mal eine Eichel so probiert. Sie schmeckt sehr nussig, doch bald schon verdirbt einem die Gerbsäure den Geschmack.
Während des Wässerns sollte man öfters das Wasser wechseln, das Anfangs schon nach kurzer Zeit dunkelbraun von der ausgetretenen Gerbsäure ist.

Nach dem Wässern habe ich die Eicheln etwas abtrocknen lassen, bevor ich sie durch den Wolf gedreht habe.

Das fertige Eichelmehl ist auch noch recht feucht. So habe ich es vor der Verarbeitung auch noch etwas abtrocknen lassen.
Da das Eichelmehl selber nicht quillt und nich bindet, muss man es mit anderen Mehlen aus Weizen oder Dinkel zusammen verarbeiten.

Ich habe mich für eine 1+1 Mischung aus 1050er Weizenmehl und meinem Eichelmehl entschieden. Dazu eine Prise Salz und frische Hefe. Das ganze habe ich lange gehen lassen und mehrmals geknetet, damit der Geschmack aus den Eicheln Zeit hat, sich zu verteilen.

Eichel-Brot beim backen

Im Gusseisentopf mit reichlich Oberhitze backt das Brot etwa 30 Minuten. Aus dem Topf riecht und dampft es schon vielversprechend, die Spannung steigt …

Der Geschmack ist genial! Nussig, markant, der leicht säuerliche Geschmack erinnert an Sauerteig. Ein zusätzliches Würzen mit Brotgewürzen ist nicht nötig, das Brot hat so schon einen recht würzigen Geschmack. Toll! Ich bin begeistert!

Dieses und weitere Rezepte in: „Köstliches von Waldbäumen: Bestimmen, sammeln und zubereiten“

2 Gedanken zu „Eichen-Brot: Herbstzeit ist Sammelzeit

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .